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Neu
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Die satanischen Verse

Die satanischen VerseAutor: Salman Rushdie
Urheber: Salman Rushdie
Verleger: rororo

Kaufen Neu: EUR 9,90
Stand 8.9.2010 20:55 MST Einzelheiten



Neu (78) Gebraucht (6) Sammlerstück (1) ab EUR 5,59

Verkäufer: Schiller Hermannstadt
Bewertung: 4.0 von 5 Sternen 23 Rezensionen
Verkaufsrang: 10999

Medium: Taschenbuch
Ausgabe: 5
Seiten: 720
Versandgewicht: 0.9
Maße (innen): 7.4 x 5 x 1.8

ISBN: 3499242575
EAN: 9783499242571
ASIN: 3499242575

Publikation: August 1, 2006
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen

Auch erhältlich in:

  • Unbekannter Einband - Die Satanischen Verse. Roman.
  • Broschiert - Die satanischen Verse. Roman
  • Taschenbuch - Die satanischen Verse
  • Gebundene Ausgabe - Die satanischen Verse

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Kundenrezensionen:
Rezensionen anzeigen 1-5 von 23



3 von 5 Sternen benötigt Durchhaltevermögen   Oktober 7, 2009
Isabel Carqueville (Kassel)
2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

Eine Rezension zu schreiben, ohne dass man das Buch zu Ende gelesen hat, ist irgendwie nicht richtig, aber das ist ja auch eine Leseerfahrung.

Salman Rushdies "Die satanischen Verse" ist kein schlechtes Buch. Es ist witzig, es hat interessante Charaktere, nur durch die Geschichte durch zu steigen fiel mir schwer. Ich weiß nicht ob alle angefangenen Episoden tatsächlich am Ende zu einer großen Geschichte zusammenfinden, soweit bin ich schlechthin nicht gekommen. Aber genau das ist es auch, dass mich zum aufgeben gebracht hat: Soviele Geschichten, die man wahrscheinlich nur richtig versteht, wenn man mehr als nur ein oberflächliches Wissen vom Koran und Islam hat.

Auf jeden Fall keine leichte Bettlektüre, sondern anspruchsvolle Literatur auf die man sich einlassen muss- und bei der man ein bisschen mehr Durchhaltevermögen an den Tag legen muss als ich es besitze.



4 von 5 Sternen lesenswert   August 20, 2008
reDDconspiracy (Dresden)
1 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

kurz und knapp:

Hintergrudnwissen zum Islam sollte man schon mitbringen, dann wird auch der Roman flüssiger zu lesen sein. Man läuft sonst Gefahr einige Passagen nicht zu verstehen und das wird sich auf die Leselust definitiv auswirken!

Alles in Allem ein wirklich "phantastischer" Roman mit einer schönen und anspruchsvollen Sprache.



5 von 5 Sternen Ein Buch als Wegmarke eines Zeitenbruchs   März 9, 2008
ludwigwitzani (Köln)
19 aus 21 fanden die folgende Rezension hilfreich

Mitunter markieren Bücher Zeitenwenden. Ein solches Buch ist Salman Rushdies "Satanische Verse", nicht weil es so unglaublich gut, sondern weil es so unglaublich exemplarisch ist. Mit der Fatwa, die die Islamisten in der ganzen Welt nach dem Erscheinen des Buches gegen den Autor ausriefen, wurde eine Epoche eingeläutet, für die Samuel Huntington erst einige Jahre später den Begriff "Clash of Zivilisation" einführen sollte.
Was ist es nun, was dieses Buch so unglaublich brisant macht? Das ist nicht so einfach zu erklären, weil die "Satanischen Verse" drei Bücher in einem bündeln. Zunächst ist es ein Buch über den modernen Inder, der im Kontakt mit der westlichen Moderne seinen Glauben verliert. Also auch ein Buch über Salman Rushdie selbst. Dargestellt wird dieser Handlungsstrang durch Gibril und Saladin aus Bombay, die nach einem Flugzeugabsturz eine Metamorphose durchmachen - aus dem einen wird der Erzengel Gabriel aus dem anderen der Scheitan", wobei es für den Leser nicht immer deutlich wird, wo Imagination, magischer Realismus, Psychose und Realität am Werk sein sollen. Da ist der moderne Poet am Werk, und dem Leser stehen vor lauter bizzarer Unwahrscheinlichkeiten die Haare unter Hut, Kappe oder Turban regelrecht zu Berge.
Das weltweite Aufsehen und die Morddrohungen des schiitischen Klerus erregte die zweite Geschichte, die den Propheten Mohammed als einen taktisch begabten Schwindler darstellt und seine Harmesdamen in eine prekäre Nähe zu Prostituierten rückt. Nach dem westlichen Literatur- und Toleranzverständnis befindet sich in diesen Passagen nichts Geschmackloses oder Unanständiges, aber innerhalb des Islams können solche Passagen einem Autor das Leben kosten. Das in aller Klarheit deutlich gemacht und damit gleichsam als Antikörper einer neuen Epoche eine so heftige Immunreaktionen erzeugt zu haben, dass über den Gegensatz von Islam und Moderne kein Zweifel mehr möglich ist, das ist das bleibende Verdienst dieses Buches.
Die dritte Geschichte des vorliegenden Buches handelt von der Pilgerfahrt eines moslemischen Dorfes aus Maharasthra nach Mekka, an deren Ende die gesamte Pilgerschar im arabischen Meer ertrinkt, als sie versucht, von Bombay durch den Ozean nach Arabien zu wandern. Für mich ist dies die eindrucksvollste Geschichte des Buches, ich selbst habe sie am Chowpattybeach in Bombay gelesen, genau an dem Ort, an dem der Autor die Gotterfüllten ertrinken und damit unendliche Assoziationen über das Verhältnis von Religion und Moderne evozierten lässt.
Insgesamt besitzt das Buch eine unglaubliche Sprachkraft, eine traumwandlerische Sicherheit des Ausdrucks, eine schier unbegrenzte Erfindungsgabe und eine fast sinnlich spürbare Anschaulichkeit, die auch durch gelegentliche Exkurse nicht beeinträchtigt wird. Sogar zu lachen gibt es in diesem so geschichtsschweren Werk das eine oder andere - man lese nur die Passagen, in denen London tropisch wurde, die Karikatur des Ayatollah oder die Darstellung von Cat Stevens, der als moslemischer Konvertit und durchgeknallter Bilal X die Bühne der Weltliteratur betritt. Dass Rushdie dafür vom Ayatollah ( Teheran ) und von Cat Stevens (London) gleichermaßen mit dem Tod bedroht wurde, sagt mehr aus über die wahren Frontstellungen unserer Gegenwart als hundert Romane.



5 von 5 Sternen Halluzinationen eines Engels   September 5, 2007
Bernd Giehl
5 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich

In diesem Jahr habe ich das Buch - knapp 20 Jahre nach seinem ersten Erscheinen - zum zweiten Mal gelesen. Möglich, dass es mich beim ersten Lesen zu sehr verwirrt hatte; jedenfalls hatte ich nicht mehr allzu viel behalten. Wobei ich ja gleich zugeben muss: so leichtfüßig dieses Buch daherkommt, so ist es doch manchmal sehr verwirrend. Es ist ein ungeheuer bunter Teppich, der da gewirkt wird, mit einer Unzahl von Personen und Handlungen. Es springt quer durch die Zeiten, es erzählt von Wundern, die es doch zugleich in Frage stellt; es ist eine Komödie und doch zugleich tieftraurig.
Unterteilt ist das Buch in neun Kapitel. Im ersten, dritten, fünften, siebten und neunten geht es um das Schicksal seiner zwei Protagonisten Gibril Farishta und Saladin Chamcha, beide Filmschauspieler aus Bombay, die in "Bollywood" Produktionen mitgewirkt haben. Gemeinsam stürzen sie nach der Sprengung ihres Flugzeugs, der "Ghulistan" (im Islam einer der beiden Paradiesgärten) aus 12000 Metern vom Himmel. Wunderbarerweise überleben sie diesen Sturz. Sie kommen an der englischen Kanalküste herunter und verwandeln sich; Gibril Farishta in den Engel Gibril (im Christentum identisch mit dem Engel Gabriel) Saladin Chamcha in den Teufel. Deshalb wird Chamcha auch gleich verhaftet und von der Polizei misshandelt, während Gibril unbehelligt nach Großbritannien einreisen darf.
Während es in den ungeraden Kapiteln eher um "profane" Dinge geht (also um den Ehebruch von Chamchas Frau mit dessen besten Freund, um die Probleme von Einwanderern in Großbritannien und vieles anderes) erzählen die Kapitel zwei, vier, sechs und acht von den "himmlischen" Dingen. Ob hier wohl das Wort "Legende" angemessen ist? Ich bin mir da nicht so sicher. Jedenfalls geht es im zweiten und vierten Kapitel um den Propheten Mohammed (im Buch mit dem Schimpfnamen "Mahound" genannt, den ihm die Christen des Mittelalters gaben) der gegen die Vielgötterei in "Jahilia" (also Mekka) ankämpft und dabei gegen den reichen und mächtigen Karim Abu Simbel und dessen Frau Hind antreten muss, die verschiedene Göttinnen verehren. Es ist ein ungleicher Kampf, denn Abu Simbel und seine Frau sind einflussreich und Mahounds Anhänger sind wenige und stammen zudem noch aus der Unterschicht. Aber dann macht Abu Simbel Mahound ein Angebot: Wenn er drei weibliche Gottheiten als Engelwesen in seiner Lehre anerkennt, will Abu Simbel - und mit ihm ganz Jahilia - sich zum neuen Gott Allah bekehren, der nach Mahounds Lehre allein Gott ist. Also steigt Mahound auf den Berg, auf dem er immer die Offenbarungen des Engels Gibril bekommt und erfährt dort, dass die drei alten Gottheiten als Engelwesen in die Lehre aufgenommen werden. Später nimmt Mahound, von Zweifeln gequält, die Worte wieder zurück; sie seien ihm nicht von Gibril, sondern vom Satan eingegeben worden.
Unmöglich auf so begrenztem Raum auch nur eine Skizze des Geschehens zu geben. Aber einige Züge dieses Romans sollen doch noch Erwähnung finden. Da ist vor allem Gibril, in seiner Doppelrolle als Mensch und Engel. Die Verknüpfung zwischen der Ebene des realen und des legendenhaften ist wunderbar gestaltet. Der Berg, auf den der Prophet zum Empfang seiner Botschaften steigt, heißt "Mount Cone" und Alleluja Cone wiederum ist die Freundin Gibril Farishtas, eine Bergsteigerin. Gibril selbst ist sich unsicher, was er dem Propheten sagen soll; im Grunde ist es der Prophet selbst, der sich die Offenbarungen gibt. In den späteren legendenhaften Kapiteln heißt es sogar: Gibril träumte", und aus dem Traum entwickelt sich dann die Handlung.
Natürlich ist Rushdie ein Skeptiker; da haben die Muslime, die dieses Buch mitsamt seinem Autor in die Hölle verdammt haben, schon recht. Es stellt die Religion in Frage; nicht nur den Islam, sondern eigentlich jede Religion. Aber wirklich festzulegen ist Salman Rushdie nicht. Weder auf den Glauben, noch auf den Zweifel. Im ersten Kapitel geschieht das Wunder: Zwei Menschen, die aus 12000 Metern abstürzen, überleben. Im achten Kapitel dagegen, wo es um die Wiederholung des Zugs der Israeliten durch das Schilfmeer geht, nur dass hier indische Pilger durch das Meer nach Mekka ziehen wollen, geschieht es eben nicht; die Pilger ertrinken. Ja, im Grunde sät Rushdie selbst Zweifel daran, ob das, was er da geschrieben hat, wirklich wahr ist. Es können eben alles auch nur die Halluzinationen eines Menschen sein, der den Namen eines Engels trägt.




5 von 5 Sternen Kolossaler Rundumschlag   Februar 7, 2007
RaphaelSinclair (Göttingen)
36 aus 38 fanden die folgende Rezension hilfreich

Na klar, man muss es einfach gelesen haben, dachte ich mir, das Werk, von dem so oft die Rede ist, an das sich angesichts der über 500 Seiten aber die wenigsten so richtig heranwagen.

Gut, gesagt, getan, gelesen. Und nun steht mir vor Staunen immer noch der Mund offen: Rushdie gelingt es mit seinem Werk einen kolossalen Rundumschlag durch mehrere Jahrtausende Kultur, Geschichte, Literatur und Religion zu schlagen. Es scheint, als habe er die Schriften der drei monotheistischen Weltreligionen, Ovids Metamorphosen, Dantes Divina Comedia und viele Märchen, sowohl westlicher als auch orientalischer Provinienz, in einen großen Kochtopf gegeben, sie mit einer spannenden Handlung und fantastischer Erzählweise gewürzt und schließlich mit einer Prise grotesken Humors verfeinert.

Scheinbar schwerelos springt der Erzähler in Raum und Zeit, eben noch im Bombay des 20. Jahrhunderts, dann schon wieder im Mekka zur Zeit Mohameds, um daraufhin wieder den Ort und die Zeit zu wechseln. Großartig auch die Verschmelzung von fantastischen Elementen mit der Realität, wobei dem Leser jeweils verschiedene Versionen angeboten werden, und er sich selbst die Frage stellen muss: War es so oder war es nicht so?

Um es noch mal kurz zusammenzufassen: Rushdies Satanische Verse sind allumfassend, monumental und daher bei einmaligem Lesen wohl überhaupt nicht zu verdauen. Dennoch sollte man sich weder von der Dicke des Buches noch von der manchmal etwas fremdartig anmutenden und unverständlich scheinenden Erzählung nicht abschrecken lassen. Also ich habe nach ersten Anlaufschwierigkeiten (Kapitel 2!) das Buch nicht mehr aus der Hand legen können und mich dabei keine Sekunde gelangweilt!


Rezensionen anzeigen 1-5 von 23




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Oehlsen.info Potsdam 2009