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Schnee

SchneeAutoren: Orhan Pamuk,  Christoph K. Neumann
Urheber: Orhan Pamuk, Christoph K. Neumann,  Christoph K. Neumann
Verleger: Hanser

Kaufen Gebraucht: EUR 0,98
Stand 8.9.2010 20:49 MST Einzelheiten



Neu (78) Gebraucht (64) Sammlerstück (1) ab EUR 0,98

Verkäufer: MEDIMOPS
Bewertung: 4.0 von 5 Sternen 25 Rezensionen
Verkaufsrang: 166959

Medium: Gebundene Ausgabe
Ausgabe: 23
Seiten: 512
Versandgewicht: 1.7
Maße (innen): 8.4 x 5.9 x 1.4

ISBN: 3446205748
EAN: 9783446205741
ASIN: 3446205748

Publikation: Januar 31, 2005
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Orhan Pamuk gilt als einer der bedeutendsten Prosaautoren der heutigen Türkei. Mit Büchern wie Das neue Leben, Die weiße Festung, Das schwarze Buch oder Rot ist mein Name wurde er einem breiten Publikum auch hierzulande bekannt. Dabei hat sich Pamuk in seinen Romanen immer auch als politischer Grenzgänger zwischen den Welten hervorgetan, der in der Großstadt die Gegensätze einer moslemisch geprägten, eher ländlichen Tradition mit den neuen Gegebenheiten einer westlich-urbanen Weltsicht aufeinanderprallen ließ. Auch Schnee lebt von diesem Pendeln zwischen Tradition und Moderne -- auch wenn der türkische Autor seinen Helden diesmal in die Provinz verbannt, um ihn ein paar rätselhafte Selbstmorde aufklären zu lassen. Im türkischen Städtchen Kars nämlich wählten einige junge Frauen den Freitod, weil sie ihr Kopftuch nicht mehr tragen durften. Plötzlich ruft ein Schauspieler zur Revolution auf, tatsächlich kommt es zum Aufstand -- und niemand kann Kars verlassen, da es unaufhörlich weiterschneit ...

Natürlich ist Schnee mehr als eine literarische Auseinandersetzung mit der aktuellen Kopftuchdebatte -- auch wenn das Buch (ganz bewusst) einen wichtigen Beitrag liefert zum Verständnis einer uns immer noch sehr fremd erscheinenden Kultur, die wohl bald zur Europäischen Gemeinschaft gehören wird. Und Schnee ist auch mehr als ein klassischer Krimi -- auch wenn er gekonnt mit dessen Elementen spielt. Schnee ist vor allem ein großer, atmosphärisch dichter Roman über ein Volk zwischen Religion und Verwestlichung, der beste vielleicht, der bisher von Pamuk ins Deutsche übersetzt worden ist. Wer Pamuk bisher noch nicht für sich entdeckt hat, der sollte es jetzt schnellstens tun. --Isa Gerck


Kundenrezensionen:
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5 von 5 Sternen Die türkische Welt und ihre Antagonismen in einer Stadt am Ende der Welt   Oktober 11, 2009
Rheinischer Lesekreis (Köln, Düsseldorf, Neuss, Hilden, Kaarst)
DIE TÜRKISCHE WELT UND IHRE ANTAGONISMEN IN EINER STADT AM ENDE DER WELT (LUDWIG WITZANI)
Kedrim Alakrusoglu, im Buch Ka" genannt, ist ein launischer, unglücklicher, aber halbwegs aufrechter Mensch in den Vierzigern, der sein Leben lang versucht hat, im Rahmen des europäisch definierten Individualismus glücklich zu werden. Nachdem er zwölf Jahre lang als politischer Asylant in Deutschland gelebt hat, verschlägt es ihn für eine Istanbuler Zeitung in die osttürkische Provinzstadt Kars, einem Ort an der Grenze der Zeiten und Kulturen, in dem Regionalwahlen bevorstehen und eine Reihe rätselhafter Selbstmorde junger Frauen für Aufsehen sorgt. Es ist Winter, und als Ka in Kars mit dem Zug eintrifft, empfängt ihn ein schier endloser Schneefall, der bis zum Ende des Buches nicht mehr aufhören soll. Aber es schneit nicht nur in Kars - es gärt auch in der Stadt: revolutionäre Kurden, islamitische Gruppen, Koranschüler, kemalistische Traditionalisten und der türkische Geheimdienst stehen sich unversöhnlich gegenüber und planen die gegenseitige Vernichtung. Jüngster Stein des Anstoßes ist der Kampf der Turbanmaedchen", die sich einer eindeutigen Sure des Koran folgend ( 31. Vers der Sure Das Licht") weigern, der vom Staat angeordneten Entschleierung auf der Universität Folge zu leisten. Von der extrem intoleranten kemalistischen Obrigkeit in die Enge getrieben, bringt sich die junge Studentin Teslime schließlich um ( S. 143), was den Mord an einem ihrer Lehrer durch einen islamitischen Aktivisten zur Folge hat. Ka, der bei der Ermordung des Lehrers im Teehaus zufällig anwesend war, gerät in den schnell in den Bannkreis der islamitischen Persönlichkeiten von Kars. Muktar, Kas ehemaliger linker Gesinnungsgenosse, der sich zum Politiker der islamitischen Wohlfahrtspartei gewandelt hat, der gütige Scheid Saadettin, dem Ka, zutiefst ungleucklich, die Hände küsst , die leicht durchgeknallten Koranschüler Necip und Facil und vor allem der Fundamentalist Laspislazuli wirken bei all ihrer intoleranten Bigotterie neben dem schmierigen Stadtjournalisten Serhan Bey, dem Garnisisonskommandeur oder dem affektierten Schauspieler und Moechtegern-Attatuerk-Darsteller Sunyar als vertrauenswürdige und ehrenwerte Persönlichkeiten, auch wenn sie mit dem Glauben und der Religion keinen Spaß verstehen Zwischen allen Stühlen befindet sich der hoffnungslos gutmütige und ewiggestrige liberal- antiislamistische und liberal- antikemalistische Hotelbesitzer Tugrul Bey mit seinen beiden Töchtern, der wunderschönen Ispek, in die sich Ka unsterblich verliebt und der strengen Kadife, der Geliebten des Fundamentalisten Lapislazuli. In dieser überhitzten Atmosphäre, durch den Schnee von der Außenwelt abgeschnitten, führt Sunyars Wanderbühne im Theater von Kars das groteske kemalistisches Propagendastueck Vaterland oder Schleier"auf ( S. 173-195), dessen Pointe die Entschleierung einer Frau ist, die dadurch zu sich selbst finden soll, ein Plot, der die anwesenden Koranschüler bis aufs Ausserste reizt. Als die Frau im Stück in grober Manier den Schleier lüftet und die Koranschüler Anstalten treffen die Bühne zu stürmen, schlägt die Armee völlig überraschend nach einem vorher ausgekuegelten Plan zu: Soldaten kommen während des Tumultes auf die Bühne, feuern in die Menge, verhaften, foltern und ermorden Aktivisten, und der Schauspieler Sunyar errichtet zusammen mit dem kemalistischen Provinzgeneral ein Revolutionsregiment in der abgeschnittenen Stadt. Gegen diesen Staatsstreich wollen die oppositionellen Gruppen - Islamisten, Kurden, Sozialisten, Liberale durch eine Proklamation in der Frankfurter Rundschau protestieren, ein halb grotesker, halb tragischer Plan, dessen Diskussion zwischen den Exponenten der einzelnen Gruppen zu einer Art orientalischem Weltgespräch mit sich selbst und mit Europa wird. (323/340). Aber auch der Geheimdienst ist nicht derweil nicht untätig: Lapislazuli wird verhaftet und mit diesem Unterpfand soll Kadife, die geistige Führerin der Turbanmädchen, gezwungen werden, sich in einem neuen von Sunyar bearbeiteten Theaterstück öffentlich als Zeichen ihrer Einsicht zu enthüllen. In diesem, zugegeben etwas unwahrscheinlich daherkommenden Plot, an dessen Ende Sunyar von Kadife vor laufender Kamera erschossen wird, spielt Ka den Vermittler zwischen allen Stühlen, wobei er eine geradezu jaemmelriche Figur abgibt und am Ende alles verliert: Ispek, die ihm nicht nach Frankfurt folgt, und sein Leben, weil ihm die Islamisten die dann doch vollzogene Ermoderung Lapislazulis anlasten. Soweit die Handlung, die auf einer Gesamtlänge von immerhin 500 Seiten an keiner Stelle langweilig wird. Was aber ist die Moral von der Geschichte? Ist es die Warnung vor der trügerischen Kraft des Islamismus, der offenbar in der Lage ist, den Ärmsten der Armen ihre Würde wiederzugeben ( 112)? ist es ein Portrait der modernen Türkei zwischen Kemalisten und Islamisten ( 243), ist es eine Beschreibung schonungslose Beschreibung des komplexen Verhältnisses zwischen der Türkei und Europa (323ff.)?, ein Gleichnis über die Liebe als Surrogatform der Religion (345), eine Anhandlung über die Melancholie und die Rückständigkeit der Türkei ( 444) oder eine Paraphrase der Verschlungenheit von Realität und Dichtung, wie sie anhand der 19 fiktiven Gedichte von Ka deutlich wird? Ist es eine Anklage gegen den brutalen tuerkischen Polizeiapparat und die rabiate Natur des türkischen Staates, der auf jeder Seite des Buches wie ein Leviathan auftritt, vor dem selbst hartgesottene Islamisten in die Hosen machen? Oder geht es um das gott-lose, einsame und liebebeduerfige westliche Individuum und seine tuerkischen Klone, die allesamt zu schwach zur Liebe und zu schwach zum Glauben sind? Es geht um alle diese Themen gleichzeitig, vor allem aber um den dramatischsten Bruchlinienkonflikt der Gegenwart, der diese und die folgenden Generationen beschaeftigen wird und der in diesem Meisterwerk eine nobelpreisverdächtige Form gefunden hat. Und übrigens: Jeder der dieses Buch gelesen hat, wird schnell verstehen können, warum es sowohl einen nationalistisch gesinnten Türken, einen Islamisten und einen liberalen Gutmenschen fassungslos machen kann - es ist dann die Fassungslosigkeit vor dem jeweils eigenen Spiegelbild, das man so noch niemals gesehen hat.



1 von 5 Sternen Ziemlich zäh. Ob ich es jemals schaffe?   Juli 19, 2009
Zan (München)
0 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich dieses Buch inzwischen schon zur Hand genommen habe, immer wieder die ersten Seiten gelesen habe, um wieder ins Thema zu kommen ... der Autor hat doch so viele Preise bekommen... aber irgendwie komme ich einfach nicht durch .... was ist nur an diesem Buch so schwierig? ... ob ich es jemals schaffe?


4 von 5 Sternen empfehlenswert   Oktober 19, 2007
Annika
Schnee war wirklich ein sehr interessantes Buch. Anfangs war es zwar etwas mühsam aber nach den ersten 30 bis 40 Seiten wurde es wirklich hoch interessant und spannend. Die Formulierungen in diesem Buch waren sehr einfach und daher sehr flüssig zu lesen. Den Autor ist es wirklich prima gelungen die türkische Gesellschaft zu präsentieren, denn ich hatte das Gefühl mitten in Kars zu sein und alles mitzuerleben - wirklich klasse!!




2 von 5 Sternen Tolles Thema, bohrende Langeweile   Oktober 18, 2007
Schili (Köln)
4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich

Darf man das Werk eines Literatur-Nobelpreisträgers kritisieren ? Ich denke, ja. Denn ich persönlich kann mich einfach des Eindrucks nicht verwehren, dass diese Auszeichnung immer mehr eine symbolische Geste an ein Land darstellt, welches einfach mal mit diesem Preis "dran" ist. Aufgrund des Grundplots und der von mir als sehr interessant erachteten Thematik, ging ich freudig gespannt und unvoreingenommen dieses Buch an. Nach drei Versuchen in urlaubischer Ruhe legte ich das Buch irgendwann genervt beiseite. Sorry, aber dieser auf-Teufel-komm-raus-intellektuell-Schreibstil Pamuks wurde mir irgendwann zu viel. Ich war einfach nur noch bohrend gelangweilt.
Dialoge wie "Ich bin nicht unglücklich", sagte Ka. "Jemand, der so unglücklich ist, ist eigentlich nicht unglücklich." hätten mich fast schreien lassen...Dialoge, die nach Ansicht einiger Leser einen Blick in die türkische Gesellschaft zulassen, empfand ich oftmals gestelzt ,realitätsfremd und zudem ermüdend verschachtelt.Ob dies auch mglw. auf die deutsche Übersetzung zurückzuführen ist, kann ich nicht beurteilen. Mein Fazit:großer Literat hin- oder her; wer es nicht schafft, seinen aufmerksamen Leser zu fesseln, hat beim Schreiben irgend etwas außer acht gelassen. Ich persönlich kann dieses Buch nicht empfehlen. Oder anders: vielleicht ein Tipp für Leute, denen der Schreibstil Umberto Ecos in Das Foucaultsche Pendel gefallen hat.



5 von 5 Sternen Spannend, traurig, aber amüsant erzählt   Juli 6, 2007
Kedi (Kaiserslautern)
6 aus 7 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ich hatte einen türkischen Bekannten gefragt, was ich lesen sollte, um die türkische Poltik besser zu verstehen. Er schlug mir Orhan Pamuks Roman "Schnee" vor. Hoppla, dachte ich, ein Roman und kein Sachbuch! Na gut, Sachbücher über Politik sind eh nicht mein Fall. Lieber lese ich einen Krimi oder etwas Lustiges. Da kam mir ein Roman schon entgegen.

Zunächst erwartete ich von dem Buch "Überlängen" in Form von politischen Details, durch die man sich durchquälen muss. Nein, es kam ganz anders. Man konnte sich gemütlich zurücklehnen und bekam von einem sympathischen Erzähler eine spannende Geschichte über Liebe, einen Putsch, das Leben im Winter in einer Provinzstadt und dem Kopftuchstreit dargeboten.
Allerdings musste man immer gut aufpassen, musste mitdenken, mitfühlen und auch schon mal voraus denken. Auf diese Weise ergaben sich viele überraschende Momente und man hatte das Gefühl, dass man neben dem Autor sitzt. Obwohl das Thema sehr traurig ist, ist das Ganze charmant und amüsant erzählt. Bei so traurigen Inhalten neige ich schon mal dazu, ein Buch ganz weit weg zu legen, weil ich selbst zu traurig werde. Aber hier hielt mich der lebensbejahende und positive Grundton am Lesen. Außerdem war es ziemlich spannend.

Fazit: Ja, so gefällt mir politische Weiterbildung.


Rezensionen anzeigen 1-5 von 25




GEWISSE INHALTE, DIE AUF DIESER WEBSITE ERSCHEINEN, STAMMEN VON AMAZON EU SARL. DIESE INHALTE WERDEN SO, WIE SIE SIND ZUR VERFÜGUNG GESTELLT UND KÖNNEN JEDERZEIT GEÄNDERT ODER ENTFERNT WERDEN.
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